Europäische Kulturroute Festungsmonumente - FORTE CULTURA


Deutschland

Festung Koblenz und Ehrenbreitstein

Preußisches Großfestungssystem am Zusammenfluss
von Mosel und Rhein

Das Tor zum Welterbe mit spannender Kultur, Architektur, Geschichte und Natur

1815 wurde Koblenz zur Hauptstadt der preußischen Rheinprovinz ernannt und König Friedrich Wilhelm III. befahl den umfangreichen Ausbau der Befestigungsanlagen des Standortes. Am Zusammenfluss von Mosel und Rhein entstand daraufhin eines der größten Befestigungssysteme Europas, bestehend aus den Stadtbefestigungen Koblenz und Ehrenbreitstein sowie 5 großen Systemen mit etlichen Forts, Schanzen und Fleschen.

Heute sind noch einige der imposanten Befestigungsbauwerke erhalten und gehören seit 2002 auch zum UNESCO Welterbe "Oberes Mittelrheintal".

Jungen wie alten Besuchern wird in den historischen Mauern ein spannendes Erlebnis- und Veranstaltungsangebot offeriert. Entdecken Sie mit FORTE CULTURA unter anderem das Fort Konstantin oder die Feste Kaiser Franz. Schweben Sie mir der Seilbahn über den Rhein und erobern Sie die berühmte Festung Ehrenbreitstein.

FORTE CULTURA Reiseempfehlungen

Erlebnisangebot

Festung Ehrenbreitstein

Festung Ehrenbreitstein

Sicher nicht nur wegen der schönen Aussicht haben erste Besiedlungen des Ehrenbreitsteins vor rund 5000 Jahren begonnen. Strategische Überlegungen und der Knotenpunkt der Wasserstraßen Rhein und Mosel waren wohl auch ein Beweggrund.

Die ersten Befestigungsanlagen manifestierten sich bereits 1000 v.Chr. und wurden über die Jahrtausende durch Kelten, Germanen, Römer, Bischöfe, Kurfürsten und schließlich die Preußen zur mächtigen Festung Ehrenbreitstein aus- und umgebaut.

Heute sind das tolle und abwechslungsreiche Erlebnisangebot in der einzigartigen Festungsanlage und der phantastische Ausblick die vorwiegenden Beweggründe für einen Besuch des Ehrenbreitsteins. Dazu zählen neben dem Landesmuseum und den vielen Ausstellungen auch Konzerte und Veranstaltungen, z.B. während des Horizonte Weltmusikfestivals im Juli 2017. Stärkung für ausgelaugte Festungsbesucher gibt es im Restaurant "Casino", die Jugendherberge Koblenz lädt zur Übernachtung ein.

Feste Kaiser Franz

Kehlturm der Feste Kaiser Franz ©Holger Weinandt

Auf dem Petersberg, im heutigen Koblenzer Stadtteil Lützel, befand sich die Feste Kaiser Franz als Teil der Großfestung Koblenz. 1822 zur Sicherung der Moselbrücke erbaut, wurde sie bereits 100 Jahre später wie geschleift und teilweise gesprengt.

In den heute erhaltenen und zum Teil zugänglichen Überresten lässt sich u.a. eine Kriegsbäckerei mit dem letzten erhaltenen Festungsbackofen von Koblenz und Ehrenbreitstein erkunden.

Der Verein Feste Kaiser Franz e.V. bietet regelmäßig Führungen und Informationsveranstaltungen an.

Fort Asterstein

Fort Asterstein

Als südlicher Außenposten des Ehrenbreitsteins oblag dem Fort der Schutz von Ehrenbreitstein und Koblenz, inklusive der Rheinbrücke.

Beeindruckend ist vor allem das vollständig erhaltene Reduit mit seiner aufwendig gestalteten Hoffassade, ein Highlight der Festung Koblenz. Zu abendlichen Veranstaltungen erstrahlt sie Besuchern durch Illuminationen in einem ganz besonderen Licht.

Fort Konstantin

Luftbild Fort Konstantin, ©Wolkenkratzer

Auf dem Beatusberg, am Standort eines ehemaligen Kartäuserklosters wurde ab 1820 das Fort Großfürst Konstantin errichtet. Es war Bestandteil des Systems Feste Kaiser Alexander innerhalb der Festung Koblenz. Neben der Festung Ehrenbreitstein ist es das einzige fast vollständig erhaltene Fort der Großfestung.

Dank des Fördervereins Pro Konstantin e.V. gibt es heute eine vielseitiges Kulturprogramm mit Veranstaltungen und Führungen für jung und alt. Zudem befindet sich in der Kehlcaponniere das Rheinische Fastnachtsmuseum Koblenz.

Feste Kaiser Alexander

Löwentor ©H. Weinandt

Ursprünglich war das System Feste Kaiser Alexander dreimal so groß wie die Feste Ehrenbreitstein. Zu ihm gehörten zwei Batterien, eine Schanze, das Fort Großfürst Konstantin und das namensgebende Hauptwerk Feste Kaiser Alexander.

Die Feste war der südwestliche Eckpfeiler der Stadt Koblenz und ein bedeutsamer Schutzwall während des 1. Weltkrieges. Heute noch vorhanden ist das sehenswerte Löwentor mit zwei monumentalen Greifenreliefs aus Gusseisen.

Neuendorfer Flesche

Plan Neuendorfer Flesche, ©H. Weinandt

Die Neuendorfer Flesche entstand bis 1825 in Koblenz-Lützel als Teil des Festungssystems Feste Kaiser Franz. Nach der Schleifung der überirdischen Festungselemente 1910 können heute die unterirdischen Ganganlagen besichtigt werden.

Entdecken Sie mit dem Förderkreis Neuendorfer Flesche - Teil der preußischen Großfestung Koblenz - e.V. auf speziellen Führungen die Funktion und Geschichte des Militärbauwerks. Ein Personalausweis ist erforderlich, weil sich die Neuendorfer Flesche im militärischen Bereich der Rhein-Kaserne befindet.

Werk Klausenberg (Rheinburg)

Werk Klausenberg (Rheinburg)

Östlich von Ehrenbreitstein wurde von 1827 bis 1833 das Werk Klausenberg errichtet, auch Klausenbergturm genannt. Die Kaponniere war mit Geschützschießscharten und einer Geschützstellung auf dem Dach ausgestattet.

1898, nach Wegfall der militärischen Funktion, erwarb Oberst Wilhelm von Bötticher aus Bremen das Objekt und errichtete mit der Rheinburg eine prächtige burgenartige Villa, die bis heute in privatem Besitz ist.

Touren und Informationen

Ehrenbreitstein: Führungen & Living History

Erfahren Sie auf dem Ehrenbreitstein unter dem Motto "Führungen & Living History" die spannende Geschichte der Festung, schauen Sie einem Büchsenmacher bei seiner Arbeit über die Schulter oder lösen Sie auf der "Krimi-Rätsel-Tour" einen fesselnden Kriminalfall.

Ehrenbreitstein für Kids

Ob Geisterspaß, Hands on - Erlebnisbereich oder Rallye "Augen auf!", die Festung Ehrenbreitstein hat ein tolles Angebot für Familien und Kids. Selbst Kindergeburtstage kann man im Landesmuseum oder der Felsentorwache feiern.

Standortplan

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Monument und Geschichte

Geschichte

Koblenz gehört zu den ältesten Städten Deutschlands. Bereits vor rund 800.000 Jahren hielten sich Steinzeitmenschen hier auf. Nach heutigen Erkenntnissen wurde der Standort dann ab etwa 9000 v.Chr. immer dichter besiedelt und durch die Kelten, etwa 1000 v.Chr., zu einem wichtigen Handwerks- und Handelszentrum entwickelt.

Der Ehrenbreitstein wurde ab etwa 3500 v.Chr. besiedelt und bereits 1000 v.Chr. zum befestigten Adelssitz mit Wall- und Grabenanlagen ausgebaut. Der Felsen war ein guter Standort zur Kontrolle der Moselmündung, der Flussübergänge und der Erzlagerstätten im Hinterland.

Als die Römer an den Rhein kamen, errichteten sie etwa 27 v.Chr. ihr Castellum apud Confluentes („Kastell bei den Zusammenfließenden“) sowie je eine Brücke über Rhein und Mosel. Außerdem auf der rechten Rheinseite das Kastell Niederberg zum Schutz des Obergermanischen Limes. Unter Kaiser Konstantin wurde von 306 bis 337 n.Chr. das spätantike Kastell Confluentes errichtet, eine 5,8 ha große Befestigungsanlage auf dem Gebiet der heutigen Altstadt. Dessen Mauerring beschützte die Stadt noch über 1000 Jahre und wurde erst im 19. Jahrhundert planmäßig zurückgebaut.

Dann kam die 800 Jahre währende Zeit der Trierer Bischöfe und Kurfürsten. Sie erwarben 1020 die um 1000 errichtete Burg Ehrenbreitstein, eine der sichersten Burgen ihrer Zeit, und bewahrten dort zeitweise die größten Heiligtümer des Landes auf. Die Burg wurde mit dem voranschreiten der Kriegstechnik im frühen 16. Jahrhundert zur kurtrierischen Festung Ehrenbreitstein ausgebaut.

Koblenz bekam erst nach Ende des für die Stadt leidvollen 30-jährigen Krieges einen bastionsartigen Befestigungsring. Wechselnde Besatzer und Besitzer, darunter die Franzosen, veränderten bis ins 19. Jahrhundert stetig die Funktionen und das Aussehen der Befestigungsanlagen von Koblenz und Ehrenbreitstein. Schließlich fielen die rheinischen Besitzungen des Trierer Kurstaates nach dem Wiener Kongress 1815 an das Königreich Preußen, die Koblenz zur Hauptstadt der Rheinprovinz machten und den Befehl zum Ausbau zur preußischen Großfestung erteilten.

Es entstand eine der bedeutendsten Befestigungsanlagen Europas, die in einem Atemzug mit den Festungen in Gibraltar und Paris genannt wurde. Koblenz übernahm damit zwischen der Großfestung Köln und der Bundesfestung Mainz eine Schlüsselstellung als Bollwerk gegen Frankreich.

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Architektur

Die preußische Festung Koblenz und Ehrenbreitstein wurde von 1815 bis 1834 erbaut und war die erste Verteidigungsanlage des Typs Großfestung des 19. Jahrhunderts. Ihre Bestandteile waren:
- Stadtbefestigung Koblenz mit rund 14 km Umfang
- System Oberehrenbreitstein
- System Niederehrenbreitstein
- System Feste Kaiser Alexander
- System Feste Kaiser Franz
- System Pfaffendorfer Höhe

Diese bestanden wiederum aus mehreren Einzelwerken, Batterien, Schanzen und Fleschen. Aufgrund der vorherrschenden Architektur wird die Gesamtanlage als Klassizistisch eingestuft. Seit 2002 sind die einzelnen Festungsanlagen Teil des von der UNESCO ausgezeichneten Welterbes Oberes Mittelrheintal.

Festungsingenieure:
- Offiziere Gustav von Rauch, Ernst Ludwig von Aster, Claudius Franz Le Bauld de Nans und Gotthilf Benjamin Keibel
- Offizier Heinrich Adolph Buschbeck, wirkte später inLuxemburg und schließlich in Wesel
- OffizierJohann Wilhelm Carl Roehmer (später in Luxemburg tätig und schließlich Platzingenieur der Festung Stralsund)
- Offiziere Wilhelm von Huene und Carl Schnitzler

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Naturerlebnis

Die Festung Koblenz und Ehrenbreitstein bietet neben ihren wehrhaften Mauern auch äußerst vielfältige Naturerlebnisse. Da sind die grandiosen Ausblicke von der Festung Ehrenbreitstein oder dem Fort Konstantin über die Stadt Koblenz und weit darüber hinaus.

Radeln oder wandern Sie entlang der Flüsse Mosel und Rhein bis zu deren Zusammenfluss am Deutschen Eck. Hier befindet sich auch der "Park am Deutschen Eck" mit dem Blumenhof, Schiffsanlegestellen, Wasserspielplatz und der Seilbahn zum Ehrenbreitstein.

Erkunden Sie auf dem Ehrenbreitstein den weitläufigen Festungspark mit Aussichtsplattform und Kletterspielplatz, der 2011 im Zusammenhang mit der Bundesgartenschau in Koblenz gestaltet wurde.

Hobby-Ornithologen und angehende Kleintierforscher können in dunklen Mauerspalten, auf hohen Festungsbauten oder in versteckten Biotopen sicher auch das ein oder andere spannende Leben entdecken.

Fort Asterstein (naturbelassen?)
Naturpfade?
Sichtachsen (Lenné)?

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