Europäische Kulturroute Festungsmonumente - FORTE CULTURA®


Festung Grauerort Deutschland

Preußische Festungsarchitektur des 19. Jahrhunderts

Das Artillerie-Fort am Elberadweg

Die Festung Grauerort ist ein preußisches Hochwallfort auf einer kleinen Landzunge direkt am Fahrwasser der Elbe. Es wurde 1869-79 nördlich der Festungsstadt Stade errichtet, um den etwa 50 km entfernten Hamburger Hafen vor feindlichen Schiffen aus der Nordsee zu schützen. Dazu war das Fort mit zwei 68 m langen Flanken entlang der Elbe ausgestattet, die insgesamt 10 modernen Geschützen Platz boten.

1895 außer Dienst gestellt, überstand das Fort beide Weltkriege nahezu schadlos. Heute bietet die Festung Grauerort seinen Besuchern ein umfangreiches Angebot. Direkt am Elberadweg gelegen, lockt es mit Landfrauentorten in die Cafeteria. Im Museumsbereich und während der spannenden Festungsführungen werden Geheimnisse zur Geschichte und besonderen Architektur der Festungsanlage aufgedeckt. Und eine Fahrt mit der historischen Feldbahn „Groveblitz“ im Festungsareal ist das Highlight für große und kleine Besucher.

Das Event- und Veranstaltungsangebot reicht von kultigen Konzerten wie den Unplugged Sessions, über Hobby- und Kunstausstellungen, Oldtimer-Treffen, Historienspektakeln bis zum bekannten Bützflether Weihnachtsmarkt. Oft wird das ganz besondere Ambiente der Festung Grauerort auch als Hochzeitslocation oder für Feiern genutzt.

Reiseempfehlungen

Erlebnisangebote

Festung Grauerort (Grove)

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Ein Besuch des Forts wird zu einem Ausflug in die Vergangenheit. Entdecken Sie mit FORTE CULTURA® das vielfältige Erlebnisangebot in der Festung Grauerort, direkt am Elberadweg. Tauchen Sie ein, in die abenteuerliche Geschichte der kleinen Landzunge an der Elbe, die bereits im 13. Jh. den Kehdinger Seeräubern als Angriffsbasis diente.

Lassen Sie sich vom historischen Ambiente in den Bann ziehen und genießen Sie auf zahlreichen Events- und Kulturveranstaltungen die besondere Atmosphäre des ehemaligen preußischen Artillerieforts.

Landungsbrücke der Festung Grauerort (Minen–Verladebrücke)

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Die Festung Grauerort wurde bereits 1895 seiner ursprünglichen Funktion als Artilleriefort enthoben. Im Ersten Weltkrieg wurde es zu einem provisorischen Depot für Seeminen umgenutzt, was sich ab 1922 verfestigte.
1926 erhielt die Festung Grauerort dann eine eigene Landungsbrücke, über die bis 1945 die Verladung der Seeminen ermöglicht wurde. Den Transport vom Fort zu den Schiffen übernahm eine eigens eingerichtete Feldbahn, der heutige „Groveblitz“.

Von 1948 bis in die 1960er Jahre stand das Lokal „Klein Helgoland" als Station für Hamburger Ausflugsschiffe auf der Landungsbrücke. Später wurde das historische Gebäude in die Kirchstaße "versetzt" und ist heute die Bützflether Schützenhalle.

Die ehemalige Landungsbrücke ist heute gesperrt. Der feine Sandstrand, der weite Blick über die Elbe und die dicken Pötte lohnen dennoch einen Ausflug in die Geschichte des Standorts.

„Groveblitz“ - Feldbahn der Festung Grauerort

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Im Festungsgelände der Festung Grauerort gibt es einen für Besucher regelmäßig betriebenen Feldbahn-Rundkurs mit einer Spurweite von 600 mm. Engagierte Feldbahnfreunde laden Besucher ein, in alten umgebauten Munitionswagen Platz zu nehmen. Die Bahnstrecke ist landschaftlich äußerst reizvoll und führt auf einem Kilometer vom Lokschuppen zur ehemaligen Landungsbrücke an die Elbe und wieder zurück.

"Groveblitz"- Fahrten an Sonn- und Feiertagen: 11:30/13:00/14:30 Uhr (Zusatztermine auf Anfrage)

Touren und Informationen

Verein Festung Grauerort e.V.



Führungen: 5 € pro Person (inklusive Eintritt)
Anfragen und Buchung: Edgar Deutschmann 0170/4137608 info@grauerort.de

Standortplan

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Monument und Geschichte

Geschichte

Bereits die Kehdinger Seeräuber erkannten die strategische Bedeutung der günstig gelegenen Landzunge von Grove (Grauerort) in die Elbe. Von hier aus starteten sie im 13./14. Jahrhundert ihre Raubzüge, bis ihnen schließlich die Bischöfe von Bremen und Verden Einhalt geboten.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts errichteten die Schweden etwas nördlich des heutigen Forts eine Schanze, um den Vormarsch der Dänen über Land aufzuhalten. 100 Jahre später errichteten die Franzosen eine Küstenbatterie zur Verstärkung ihrer Kontinentalsperre und stationierten eine ganze Kompanie französischer Infanterie.

Die Gründung des „Norddeutschen Bundes“ führte die Preußen 1866 nach Stade. Auch sie erkannten den Standortvorteil und errichteten von 1869 bis 1879 nach neu-preußischer Festungsmanier das Artilleriefort, die heutige Festung Grauerort. Bereits im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 wurde Grauerort provisorisch genutzt, blieb aber von Kampfhandlungen verschont. Wegen der rasanten Waffenentwicklung veraltet, wurde die Festung bereits 1895 aus der Reihe der aktiven Festungen gestrichen.

Ab 1914 wurde die Festung als provisorisches Minendepot der Kaiserlichen Kriegsmarine genutzt. Außerhalb des Festungswalls wurde im Westen ein Lagerbereich für Munition angefügt. Die Explosion des eigentlichen Minendepots Cuxhaven-Groden (1922) verhalf der Festung Grauerort zum offiziellen Status als Marinedepot und 1926 zur 250 m langen Landungsbrücke in die Elbe. Über diese konnten Schiffe direkt be- und entladen werden, ergänzt durch die Feldbahn zwischen dem Fort und der Landungsbrücke. Die Depotnutzung blieb auch während des Zweiten Weltkriegs, ergänzend wurden zwei Flakgeschütze auf der Festung installiert.

Nach Beschlagnahme der Festung Grauerort durch die Britische Armee 1945 blieb die Festung erhalten und diente bis Ende der 50er Jahre als Notunterkunft.
1960-1985 diente das Festungsareal der Delaborierung von Munition.

Die Festung Grauerort verfiel bis Ehrenamtliche begannen, sich für den Erhalt der Anlage einsetzten. Die denkmalgeschützte Anlage wird seit 1997 durch den Verein Festung Grauerort e.V. fachgerecht saniert und als Museum und Veranstaltungsort betrieben.

Quelle: Hannelore Schneidereit
Quelle: Merian
Quelle: ©www.hansemeister.com
Quelle: ©Michael Meister, Lübeck

Architektur

Das Backstein-Fort Grauerort liegt mit seinem sechseckigen Grundriss direkt am Elbdeich. Die Erdwälle der Festung erreichen bis zu 10 Metern Höhe. Damit handelt es sich um ein Hochwallfort.

Die Wälle in Richtung Elbe weisen Kasematten auf. Das Zentralwerk der Kasematten verfügte über einen Munitionsaufzug. Jede der beiden 68 Meter langen Festungsflanken wurde mit jeweils fünf modernen Hinterlader-Rücklauf-Geschützen bestückt.

Zur Elbe hin ist das Fort zusätzlich mit einer 3 Meter hohen Carnot'schen Mauer (Escarpe) gesichert, welche von zwei Kehlgang-Bunkern mit Geschützen und Gewehren verteidigt werden sollte. Die landseitigen Wälle umgab ein 20 Meter breiter Wassergraben. Das Fort war nur über eine Klappbrücke von Süden erreichbar. Von ihr erreichte man durch einen Hohlgang mit Sturmabwehrgitter das Innere des Forts. Eine Gewehrcapponiere und ein Wachbunker gesicherten die Brücke.

Bereits 1895 wurde das Fort wegen der rasanten Entwicklung der Waffentechnik als veraltet bewertet und aus der Festungsliste gestrichen. Der Umbau zu einem Minendepot ab dem 1. WK erforderte architektonische Veränderungen. Diese werden seit 1997 durch den Förderverein Festung Grauerort e.V. im Sinne des Denkmalschutzes der Anlage zurückgebaut. Vielfältige Kulturveranstaltungen, historische Feste und sachkundige Führungen machen die Festung GrauerorttFestung Grauerort als wichtiges wehrhistorisches Kulturerbe der Metropolregion Hamburg und der Elbefestungen erlebbar.

Quelle: Festungsbauten.de
Quelle: Stade Tourismus
Quelle: Verein Festung Grauerort e.V.
Quelle:

Naturerlebnis

Die Festung Grauerort, in einem Waldstück nur wenige Meter vom Elberadweg, dem Elbdeich und dem feinen Elbstrand entfernt, entpuppt sich als Geheimtipp, auch für Naturliebhaber. 40 idyllische Caravan-Stellplätze offerieren Camping-Vagabunden beste Bedingungen für eine oder mehrere Übernachtungen.

Das Naturkundemuseum PANGAEA öffnet seine kleine Ausstellung in zwei Räumen im Eingangsbereich der Festung Grauerort für Kindergarten- und Schülergruppen, Geburtstags- und Gruppenevents, Familien und Festungsbesucher. Die vielfältigen museumspädagogischen Angebote werden durch Naturführungen zur Geologie, Botanik, Zoologie oder der Schatzkammer Elbe ergänzt.

Elbe-Wander- und Radweg
Abwechslungsreiche Naturpanoramen mit Marschland, Mooren und die Verbindung mit Geschichte, Architektur, Kultur und Kunst. Radfahrern und Wanderern ist der Elbe-Radweg ein Begriff, weit über die anliegenden Regionen hinaus. Die Festung Grauerort entwickelt sich mit seinen historischen und kulturellen Highlights mehr und mehr zu einem beliebten Etappenziel.

Auch der Nordseeküsten-Radweg und der Radrundweg „Vom Teufelsmoor zum Wattenmeer“ locken zahlreiche aktive Naturliebhaber. Die Elbmarschen zwischen Stade und Cuxhaven sind ein einzigartiges Vogelzug- und Vogelbrutgebiet. Vogelkieker-Tour

Das 40 Quadratkilometer große Kehdinger Moor (Hochmoor) lädt mit seinen Wander- und Radwegen, aber auch geführten Touren zum Entdecken ein. Moorkieker-Tour

Tidenkieker - Touren erlauben die einzigartige Gezeitenlandschaft der Elbe in Begleitung vom Wasser her kennenzulernen und so die Schilfparadiese der Niederelbe zu erkunden.

Quelle: Touristikverein Kehdingen
Quelle: Von ItDozent - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4918526
Quelle: ©Mario Weigt Photography
Quelle: ©Verein Festung Grauerort

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